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Moselsteig-Etappen im Kreis Cochem-Zell: Die schönsten Abschnitte

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Blick vom Moselsteig auf die Moselschleife bei Zell mit Fachwerkort, Flussturm und sonnigen Weinberghängen
Foto: MartinD, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Durch den Kreis Cochem-Zell führen sieben Moselsteig-Etappen (14 bis 20) zwischen Reil und Moselkern, zusammen rund 111 Kilometer.
  • Etappe 16 von Neef nach Ediger-Eller gilt als Höhepunkt: Sie führt über den Calmont, Europas steilsten Weinberg, mit Blick auf die engste Moselschleife.
  • Die längste Etappe im Kreis, Cochem–Treis-Karden mit fast 24 Kilometern, lässt sich an den Bahnhöfen Klotten oder Pommern in kürzere Tagesabschnitte teilen.

Der Moselsteig verbindet auf 365 Kilometern und 24 Etappen das Dreiländereck bei Perl mit dem Deutschen Eck in Koblenz, insgesamt rund 11.000 Höhenmeter Auf- und Abstieg. Mittendrin liegt der Kreis Cochem-Zell, und genau hier zeigt der Weg seine bekanntesten Bilder: Steillagen-Weinberge, enge Flussschleifen und Ortskerne mit Fachwerk und Burgblick.

Wer nicht die komplette Strecke laufen will, findet in diesem Überblick die Etappen, für die der Moselsteig berühmt geworden ist – vom Weinpanorama über Zell bis zum Naturschutzgebiet hinter Cochem. Länge, Charakter und Highlights jedes Abschnitts im Kreis im Detail.

Sieben Etappen zwischen Reil und Moselkern

Etappe 14 führt von Reil nach Zell, 12,4 Kilometer, und markiert den Auftakt im Kreis. Von Zell geht es auf Etappe 15 weiter nach Neef: knapp 20 Kilometer, als anspruchsvoll eingestuft, mit einem steilen Anstieg gleich zu Beginn zum Collis-Turm oberhalb der Stadt. Es folgt mit 11,4 Kilometern die kürzeste, aber wohl bekannteste Etappe im Kreis: Neef–Ediger-Eller über den Calmont.

Danach reihen sich Etappe 17 (Ediger-Eller–Beilstein, rund 16 Kilometer) und Etappe 18 (Beilstein–Cochem, rund 14 Kilometer) aneinander. Es folgt mit knapp 24 Kilometern die längste Etappe im Kreis: Cochem–Treis-Karden, zusammen mit der Auftaktetappe bei Perl eine der beiden längsten Etappen der gesamten Route. Wer die gut acht Stunden nicht am Stück laufen will, teilt sie an den Bahnhöfen Klotten oder Pommern. Etappe 20 schließlich verlässt Treis-Karden Richtung Moselkern, 13,6 Kilometer, bevor der Moselsteig in den Nachbarkreis Mayen-Koblenz übergeht. In Summe kommen die sieben Abschnitte im Kreis auf rund 111 Kilometer.

Etappe 16: Über den Calmont, Europas steilsten Weinberg

Kein Abschnitt im Kreis wird so oft fotografiert wie Etappe 16. Der Weg steigt von Neef aus zum Calmont auf, dessen Südwesthänge mit bis zu 65 Grad Neigung als steilster Weinberg Europas gelten und vor allem mit Riesling bestockt sind. Nahe seinem höchsten Punkt, rund 378 Meter über dem Meeresspiegel und damit gut 290 Meter über der Mosel, markiert ein Gipfelkreuz eine Aussichtsplattform mit Blick auf den sogenannten Vier-Seen-Blick, bei dem die engen Windungen des Flusses wie vier getrennte Seen wirken. Wenig später passiert die Route die Ruine des Klosters Stuben, das mitten in dieser Schleife liegt, und führt zurück ins Tal nach Ediger-Eller.

Wer den Hang aktiver erleben will, findet direkt daneben den gesicherten Calmont-Klettersteig zwischen Bremm und Ediger-Eller – ein separates Angebot mit Leitern und Drahtseilen, im ausführlichen Guide beschrieben. Die reguläre Moselsteig-Etappe führt oberhalb davon durch die Weinberge und ist ohne Klettersteigausrüstung machbar.

Von Beilstein bis zum Naturschutzgebiet Dortebachtal

Nach dem Calmont führt Etappe 17 über einen schmalen Waldpfad durch die Briedener Schweiz, vorbei an einem Abstecher zu den römischen Grabkammern von Nehren, deren Deckenmalereien als die besterhaltenen nördlich der Alpen gelten. Über die Klostertreppe geht es hinab nach Beilstein, das mit seinen engen Gassen und Fachwerkfassaden als „Dornröschen der Mosel“ bekannt ist und einst als Kulisse für Heimatfilme diente. Oberhalb des Orts thront die Ruine Burg Metternich.

Etappe 18 bringt Wanderer weiter nach Cochem: Der Weg führt hinab in den Stadtteil Cond und über die Skagerrak-Brücke auf die andere Moselseite zum Etappenziel in der Altstadt. Die anschließende Etappe 19 ist mit knapp 24 Kilometern die längste im Kreis: Sie verlässt Cochem durch das Enderttor, das mächtigste der drei erhaltenen Stadttore, vorbei an der Talstation der Cochemer Sesselbahn zum Pinnerkreuz, führt weiter durch das Naturschutzgebiet Dortebachtal mit kleinem Wasserfall und warmem Kleinklima und passiert den Archäologiepark Martberg mit rekonstruierten Gebäuden einer keltisch-römischen Bergheiligtum-Anlage, bevor sie am Bahnhof Treis-Karden endet.

Anreise, Etappen kombinieren und beste Reisezeit

Fast alle Start- und Zielorte der Etappen liegen an der Bahnstrecke zwischen Koblenz und Trier, sodass sich Tagesabschnitte ohne Auto und ohne Rückweg zum Startpunkt planen lassen. Wer nur einen Nachmittag Zeit hat, findet mit der Cochemer Ritterrunde einen rund 18 Kilometer langen Rundweg, der 2016 eröffnet wurde und am Pinnerkreuz sowie am Aussichtspunkt Wackelei vorbei durch die Steillagen oberhalb der Stadt führt – ein sogenannter Seitensprung des Moselsteigs, der sich als Ausflugsvariante ohne Gepäcktransfer eignet.

Die Hauptsaison für alle Etappen liegt zwischen April und Oktober, wenn die Weinberge grün sind und die Wege trocken bleiben. Im Hochsommer heizen sich die schattenlosen Steillagen am Calmont stark auf – ein früher Start und ausreichend Wasser sind Pflicht, festes Schuhwerk mit griffiger Sohle gehört ohnehin in jedes Gepäck. Wer die Region über die Etappen hinaus erkunden will, findet weitere Ausflugsziele im Kreis unter Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten und Winzer entlang der Strecke unter Wein & Genuss, etwa in der Zeller Lage Schwarze Katz. Weitere Touren im Kreis sammelt die Übersicht unter Wandern.

Wie viele Moselsteig-Etappen führen durch den Kreis Cochem-Zell?

Sieben Etappen verlaufen ganz oder teilweise durch den Kreis: Etappe 14 (Reil–Zell) bis Etappe 20 (Treis-Karden–Moselkern). Zusammen kommen sie auf rund 111 Kilometer, bevor der Moselsteig in den Nachbarkreis Mayen-Koblenz wechselt.

Welche Etappe im Kreis Cochem-Zell gilt als die schönste?

Die meisten Wanderer nennen Etappe 16 zwischen Neef und Ediger-Eller. Sie führt über den Calmont, Europas steilsten Weinberg, vorbei an der Klosterruine Stuben und bietet mit dem Vier-Seen-Blick einen der bekanntesten Ausblicke der gesamten Route.

Wie kommt man ohne Auto zu den Etappen zurück zum Startpunkt?

Die meisten Etappenorte zwischen Zell und Treis-Karden liegen an der Bahnstrecke Koblenz–Trier. Wer eine Etappe gelaufen ist, fährt mit dem Zug zurück zum Ausgangsort oder weiter zur nächsten Etappe, ganz ohne Shuttle oder zweites Auto.