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Zeller Schwarze Katz: Legende, Wein und wo man ihn probiert

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Luftaufnahme der Moselschleife bei Zell an der Mosel mit sonnigen Weinbergen der Lage Schwarze Katz
Foto: Carsten Steger, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Die bekannteste Erzählung zum Namen des Weins datiert auf 1863: Eine Katze soll im Weingut Mayntzer in Zell ein Fass verteidigt und damit zum vermeintlich besten Tropfen erklärt haben – Historiker sehen darin eher eine gewachsene Legende als ein exakt belegtes Ereignis.
  • Angebaut wird überwiegend Riesling auf Steillagen in Zell, Merl und Kaimt; rund 80 Prozent der Ernte gehen in den Export, vor allem in die USA, nach Kanada und Japan.
  • Probieren lässt sich der Wein direkt vor Ort: bei Winzern und in Straußwirtschaften, in Vinotheken der Altstadt sowie besonders konzentriert beim Weinfest Ende Juni.

Wer an der Mittelmosel unterwegs ist, stolpert früher oder später über eine schwarze Katze aus Stein – zusammengekauert auf einem Weinfass, mitten auf dem Marktplatz von Zell. Die Zeller Schwarze Katz ist der bekannteste Weinname der Region, in alle Welt exportiert und vor Ort erstaunlich selten erklärt. Wer die Geschichte hinter dem Etikett kennt und weiß, wo sich der Wein noch original verkosten lässt, sieht das kleine Moselstädtchen mit anderen Augen.

Die Legende vom Fass, das die Katze verteidigte

Erzählt wird die Geschichte meist gleich: 1863 sollen drei Weinhändler aus Aachen im Keller des Weinguts Mayntzer in Zell gesessen haben, unschlüssig, welches von drei Fässern den besten Tropfen barg. Als die Winzer erneut proben wollten, sprang die Hauskatze auf eines der Fässer, machte einen Buckel und fauchte jeden an, der näherkam. Die Händler werteten das als Fingerzeig, kauften den gesamten Jahrgang aus jener Lage auf und verkauften ihn fortan unter dem Namen der Katze.

Die schönere Version der Geschichte ist nicht zwangsläufig die genaueste. Regionalhistoriker verweisen darauf, dass sich der Name erst in den 1880er-Jahren über das Weingut Mayntzer etablierte und seine sprachliche Herkunft bis heute nicht restlos geklärt ist – neben der Katzen-Anekdote kursiert auch die Deutung, eine katzenförmige Felsformation habe der Lage ihren Namen gegeben. Amtlich wurde die Bezeichnung erst 1929: Damals erkannte man die Lage als sogenannte Volksmundlage an, ein Fantasiename durfte damit offiziell als Herkunftsangabe geführt werden, lange bevor es einheitliche Lagenregister gab.

Riesling, Steillage und ein Wein für den Weltmarkt

Hinter dem Namen steckt eine Großlage, die sich über Steillagen in den Zeller Ortsteilen Zell, Merl und Kaimt erstreckt, überwiegend nach Süden ausgerichtet und geprägt von Schieferböden, wie sie für die Mosel typisch sind. Angebaut wird ganz überwiegend Riesling, meist als halbtrockener oder feinherber Wein ausgebaut – zugänglich, fruchtbetont, mit der für Moselweine charakteristischen Frische und Mineralik.

Kurios am Erfolg der Katze: Er spielt sich zu großen Teilen fernab der Mosel ab. Rund 80 Prozent der Zeller Weine gehen in den Export, vor allem in die USA, nach Kanada, Japan und Südamerika – ein Etikett, das im Ausland oft bekannter ist als in mancher deutschen Weinregion selbst. Wer den Wein direkt am Ursprungsort trinkt, probiert also tatsächlich etwas, das die meisten Käufer bislang nur von der Flasche im Supermarktregal kennen.

Brunnen, Skulptur und ein Weinfest im Zeichen der Katze

Die Stadt Zell hat ihrem berühmtesten Wein gleich zwei Denkmäler gesetzt. Seit 1936 sitzt eine Katze aus Eifelbasalt auf einem steinernen Fass, mitten auf dem kleinen Marktplatz zwischen Einkaufsstraße und Moselpromenade; die Inschrift am Sockel erinnert zugleich an die Zeller, die 1522 nach Trier zogen, um die Stadt gegen die Truppen Franz von Sickingens zu verteidigen. Seit 2012 ergänzt eine zweite, moderne Katzenskulptur des Karikaturisten Michael Apitz den Kreisverkehr an der Ortseinfahrt – der alte Mythos in zeitgenössischer Form.

Am lebendigsten wird die Geschichte alljährlich Ende Juni beim Weinfest der Zeller Schwarze Katz: Festumzug, Krönung der Weinkönigin, ein aufgestellter Kirmesbaum und Weinstände rund um den Brunnen verwandeln die Altstadt für ein verlängertes Wochenende in ein Freiluft-Weinlokal. Wer es ruhiger mag, findet im Frühjahr bei der WeinKulturNacht Gelegenheit, junge Jahrgänge aus der Lage zu verkosten, bevor sie offiziell auf den Markt kommen.

Wo man den Wein in Zell probieren kann

Der direkteste Weg zur Katze führt an die Fässer der Zeller Winzer selbst: Mehrere Weingüter in Zell, Merl und Kaimt öffnen ihre Höfe und Straußwirtschaften für Proben, oft mit Blick auf die eigenen Steillagen oberhalb der Stadt. Ergänzt wird das Angebot durch Vinotheken in der Altstadt, die gezielt Weine aus der Großlage bündeln – praktisch für alle, die nicht von Weingut zu Weingut fahren wollen. Eine aktuelle Übersicht der Winzer und Vinotheken führt die Stadt Zell auf ihrer Tourismusseite.

Wer den Ausflug mit weiteren Zielen im Kreis verbindet, findet mehr Winzer und Adressen unter Wein & Genuss, die Reichsburg und weitere Sehenswürdigkeiten unter Ausflugsziele in Cochem und mit dem Calmont-Klettersteig gleich noch den steilsten Weinberg Europas in Wanderdistanz.

Woher stammt der Name der Zeller Schwarze Katz?

Die populäre Erzählung datiert auf 1863: Beim Probieren dreier Fässer im Weingut Mayntzer soll eine Katze eines davon verteidigt haben, worauf Aachener Weinhändler es kauften. Historisch belegt ist eher, dass sich der Name ab den 1880er-Jahren über das Weingut etablierte; die genaue sprachliche Herkunft gilt als ungeklärt. 1929 wurde die Bezeichnung offiziell als Volksmundlage anerkannt.

Welche Rebsorte wächst in der Lage Schwarze Katz?

Angebaut wird ganz überwiegend Riesling auf Steillagen in Zell, Merl und Kaimt. Die Weine werden meist halbtrocken oder feinherb ausgebaut und zeigen die für die Mosel typische fruchtige Frische und Mineralik.

Wo kann man die Schwarze Katz in Zell verkosten?

Direkt bei den Winzern und in Straußwirtschaften in Zell, Merl und Kaimt sowie in Vinotheken der Altstadt. Besonders viele Proben gibt es beim Weinfest Ende Juni rund um den Schwarze-Katz-Brunnen und im Frühjahr bei der WeinKulturNacht.